Jeder neunte Internetnutzer in Deutschland wurde 2025 Opfer einer digitalen Straftat – und trotzdem hält mehr als die Hälfte der Bevölkerung das eigene Risiko für gering. Der Cybersicherheitsmonitor 2026 von BSI und Polizeilicher Kriminalprävention (ProPK) zeichnet ein alarmierendes Bild aus einer repräsentativen Befragung von 3.060 Personen ab 16 Jahren.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache
55 Prozent der Befragten glauben, Cyberkriminalität betreffe sie nicht oder kaum. Die Realität widerlegt das deutlich: Insgesamt war bereits jeder Vierte (27 Prozent) in seinem Leben mindestens einmal Opfer einer Straftat im digitalen Raum. Besonders drastisch ist der Anstieg gegenüber dem Vorjahr – von sieben Prozent betroffener Nutzer im Jahr 2024 auf elf Prozent im Jahr 2025.
Die häufigsten Delikte sind dabei keine abstrakten Hightech-Angriffe, sondern alltägliche Szenarien:
- Online-Shopping-Betrug (22% der Betroffenen)
- Fremdzugriff auf Online-Accounts (14%)
- Online-Banking-Betrug (13%)
- Phishing-Angriffe (12%)
Die Folgen: Mehr als nur Ärger
Fast neun von zehn Betroffenen (88 Prozent) erlitten durch einen Angriff einen konkreten Schaden. Bei einem Drittel bedeutete das handfeste finanzielle Verluste, weitere Folgen umfassen Vertrauensverluste in Online-Dienste (29 Prozent) und verlorene Zeit (23 Prozent). Betrachtet man die gesamtwirtschaftliche Dimension, beziffert das BKA den Schaden durch Cybercrime in Deutschland auf rund 202 Milliarden Euro allein im Jahr 2025.
Schutzmaßnahmen: Bekannt, aber kaum genutzt
Trotz dieser Zahlen klafft eine große Lücke zwischen Wissen und Handeln. Von 19 im Monitor vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen kennt die Mehrheit der Bevölkerung gerade einmal zwei: starke Passwörter und Antivirenprogramme. Selbst diese grundlegenden Maßnahmen werden nur von 46 bzw. 40 Prozent der Nutzer tatsächlich eingesetzt. Lediglich 14 Prozent informieren sich regelmäßig über Cybersicherheit, während 40 Prozent erst dann nach Hilfe suchen, wenn ein Angriff bereits stattgefunden hat.
Als Hauptgründe für die mangelnde Vorsorge nennen Befragte ein trügerisches Sicherheitsgefühl sowie die wahrgenommene Komplexität der Schutzmaßnahmen. Dieses Paradox ist gefährlich: Wer glaubt, kein lohnendes Ziel zu sein, verzichtet auf den Schutzschild, der genau das verhindern würde.
Jeden Tag werden Unternehmen Opfer von Cyberangriffen – durch gezielt platzierte Phishing-E-Mails, manipulierte Links und unsichere Zugangsdaten. Laut aktuellen Studien beginnen über 90% aller erfolgreichen Angriffe mit einer einzigen unachtsamen Handlung eines Mitarbeitenden. Die gute Nachricht: Dieses Risiko lässt sich durch gezielte Schulung drastisch reduzieren.
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Reaktion nach einem Angriff: Zwischen Anzeige und Schweigen
Wenn ein Angriff passiert ist, erstatten 32 Prozent der Opfer Anzeige bei der Polizei. Weitere 35 Prozent wenden sich an den Betreiber des betroffenen Dienstes. Ein erheblicher Teil der Vorfälle bleibt damit jedoch im Verborgenen – mit der Konsequenz, dass Täter seltener verfolgt werden und die Dunkelziffer im Bundeslagebild Cybercrime erheblich höher liegen dürfte als die offiziell registrierten rund 334.000 Fälle.
Was jetzt gefragt ist: Einfachheit als Sicherheitsprinzip
BSI-Präsidentin Claudia Plattner fordert, Cybersicherheit im Alltag „einfacher, präsenter und verständlicher” zu machen. Dabei nimmt sie nicht nur die Nutzer in die Pflicht, sondern explizit auch Hersteller und Anbieter digitaler Geräte und Dienste: Sichere Produkte sollen zum Standard werden, nicht zur Premium-Option. In einer Zeit, in der laut BSI-Cybersicherheitsmonitor bereits 86 Prozent aller Phishing-Mails KI-generiert sind, wird diese Forderung noch dringlicher.
Was Sie konkret tun können:
- Einzigartiges, starkes Passwort pro Dienst – am besten mit einem Passwort-Manager
- Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) überall dort aktivieren, wo es möglich ist
- Software und Betriebssysteme stets aktuell halten
- Verdächtige E-Mails, Links und Anhänge grundsätzlich misstrauisch behandeln
- Im Schadensfall Anzeige erstatten – jede Meldung hilft, die Dunkelziffer zu senken
Quellen: BSI Cybersicherheitsmonitor 2026, BKA Bundeslagebild Cybercrime 2025, Tagesschau, Security Insider
Dieser Text wurde mit Hilfe von KI erstellt, redaktionell geprüft und überarbeitet.